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Normale Version: Ein Platz in der Welt
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Lyras sah sich um. Imre war eine schöne Stadt, doch seine Füße schmerzten und der Wind war kühl und so konnte er den Anblick der vor ihm aufragenden berühmt-berüchtigten Stadt kaum würdigen. Müde und erschöpft schlurfte der schwer beladene Junge auf das nächste Gasthaus zu, doch kaum hatte er hinein gespäht war er sich auch schon sicher hier keinen Platz zum schlafen zu finden. Die Gäste waren gut Gekleidet und das Mobiliar sehr hochwertig. Auch bei dem nächsten Gasthaus hatte er nicht mehr Glück und so begann eine Odisse die den halben Tag nicht enden sollte. Gegen ende war er so verzweifelt, dass er es selbst probierte, wenn es offensichtlich war dass man in ihm nicht mal eines Blickes würdigen würde.

Erst gegen Nachmittag erreichte er ein kleines Schankhaus in der nähe der Docks in dem er Glück hatte. Er konnte den Wirt dazu erweichen ihm eine kleine Kammer und das Brot, das für den Rest der Gäste schon zu trocken war, zu geben, wenn er allabendlich musizierte. Er bekam sogar noch einen Tag pro Spanne erlassen, als der Wirt am späteren Abend etwas getrunken hatte und mit Lyras Spielkünsten einverstanden war.

So kam es, dass Lyras die erste Nacht seit langem wieder in einem Bett verbringen konnte.
Am nächsten Morgen schlenderte er, nachdem er das trockene Brot mit etwas Wasser heruntergespült hatte, durch die Stadt und wartete ab was der Tag so bringen würde.
„PFFLOCK“ Der mit einer Obsidianspitze besetzter Pfeil schlug durch den Brustkorb mitten ins Herz, Wodans Ziel sackte leblos zu Boden. Langsam erhob sich Wodan aus seiner Stellung und näherte sich seinem Opfer, ein ausgewachsener kräftiger junger Hirsch. In einem kurzen für Wodan jedoch wichtigem Ritual erwies Er dem Hirsch die letzte Ehre, entnahm den Pfeil und machte den leblosen Körper Transport bereit. Mit einem kleinen Wagen der von einem Esel gezogen wurde kehrte Wodan zur Schenke zurück in der Er ein kleines Zimmer hatte.

„Das ist aber ein prächtiges Tier.“ entgegnete der Wirt als Wodan den Hirsch vom Wagen lud.
„Der wird uns eine lange Zeit satt machen, hab dank mein Freund“ gab der Wirt dankend weiter von sich.

Wodan nickte freundlich und lud weiter den Wagen ab entnahm dem Esel das Gestell des Wagens und brachte Ihn wieder zurück in sein kleines Gehege hinter der Schenke.

Die Schenke Zum Jagdwirt ist eine kleine aber sauber gehaltene Gaststätte die etwa 1 Km nördlich vor Imre direkt an der Steinstraße lag. Hier quatierte Wodan sich vor einer Spanne in ein kleines Zimmer ein.
Dadurch das der Wirt sich den Knöchel verstauchte vereinbarten Wodan und der Wirt sich darauf das Wodan kostenfrei hier wohnen durfte wenn Er dem Wirt etwas unter die Arme griff und die schweren Arbeiten für Ihn übernahm.
Nach der Jagd und nach einem kleinen Umbau an den Tresen, entschloss sich Wodan den restlichen Tag frei zu nehmen und sich in Imre etwas umzusehen. Vor ein paar Tagen fand Wodan einen schwarzen Gegenstand der wie ein länglicher Stein aussah aber keiner war, um diesem Rätsel auf die Spur zu kommen wollte Er in Imre jemand finden der Ihm vielleicht weiterhelfen konnte.
Auf dem Weg in die Stadt genoss Wodan die herrliche Aussicht auf den Omethi und der umliegenden Landschaft, die Sonne stand fast am höchsten Punkt und Wodans Magen fing leicht an zu Grummeln.
„Es wird Zeit für ein kleines Mittagessen“ dachte Er und betrat Imre.
An einem kleinen Stand an dem deftige Leckereien verkauft wurden, kaufte Wodan sich ein leckeres Kräuter Brot das mit einem saftigen Stück Wildschweinbraten belegt war und dazu gab es eine Flasche Bier für 1 Deut. Wodan aß sein Mahl direkt am Stand und genoss sein kühles Bier. Mit einem vollen Magen machte Wodan sich weiter auf den Weg und erkundete Imre.
Im Zentrum sah Wodan ein kleiner verwahrlost wirkender Junge der wie ein Bettler aussah und dachte sich Er könnte Ihm bestimmt weiterhelfen, auf der Suche nach einem Alchemisten.
Vielleicht wusste ein Gelehrter ja was es mit dem Stein auf sich hatte.
„He Junge“ rief Wodan
„Kannst du mir vielleicht Helfen ich bin auf der Suche nach einem Alchemisten, es wäre ein ganzer Deut für dich drin“ Wodan wunderte sich selbst weshalb Er den Jungen so offen ansprach, es war so als hätte Wodan sein eigenes Gelübde des Schweigens gebrochen. Ein seltsames Gefühl dachte Wodan.

Der Junge sah Wodan an, wusste aber nicht wie Er darauf reagieren sollte.
Lyras zuckte leicht zusammen und drehte sich zu dem der da gerufen hatte. Hatte er ihn gemeint? Als er den Mann ansah wusste er, dass er Lyras gemeint hatte. Er ging auf den Fremden zu. Er war schon älter und die Jahre gruben sich in teils mehr, teils weniger tiefen Jahren in sein Gesicht. Es war das Gesicht eines Mannes der schon einiges mitgemacht hat. Das Gesicht eines Mannes mit dem man es sich nicht unbedingt verspaßen wollte.

So antwortete Lyras: "Es tut mir leid mein Herr, doch bin ich selbst noch nicht lange in Imre." Er erwartete schon einen missbilligenden Blick und einen Tritt oder ähnliches, da kam ihm ein Geistesblitz und der junge Harfenist fügte schnell hinzu: "Aber etwas außerhalb von Imre gibt es doch die Universität. Die kennen sich doch in allem aus oder nicht? wenn ihr wollt führe ich euch hin." Lyras wusste zwar nicht genau wo die Universität war, doch wusste er dass sie auf der anderen Seite des Omethi lag. Gemäßigten Schrittes ging er los, nicht jedoch ohne darauf zu achten, dass sein gegenüber ihm folgte. Etwas beklommen fragte Lyras seinen Begleiter: "Was wollt ihr eigentlich bei einem Alchemisten. Ihr scheint mir eher der Mann für Situationen zu sein, in denen unsereins sich unter den Tischen versteckt." Etwas gequält lächelte er und meinte weiter: "Nicht dass ihr wie ein Schläger ausseht, aber wie ein Gelehrter seht ihr auch nicht aus, wenn ihr versteht was ich meine. Seht mich an. Ich könnte zum Beispiel auch keinem Lamm was zu leide tun, aber die Musik liegt mir sehr am Herzen und so wurde ich ein Harfenist. Leider kein Guter aber einer der mag was er tut."
Die angenehm warme Mittagssonne schien auf den kleinen Jungen, der sich wie ein ängstlicher Welpe angespannt in eine Position begab aus der Er Situationsbedingt die Flucht hätte ergreifen können. Seine Augen weit geöffnet, in denen ein kleiner Schimmer Furcht und etwas Neugier zu sehen war.

Der alte Mann fuhr mit einer Hand durch seine Haare und erhob eine Augenbraue.
Er zeigte mit dem Zeigefinger , der für den Jungen wie ein Ast eines Baumes wirken musste, auf Ihn und beugte sich etwas zu dem Knirps hinunter.

„Junge“ fing Wodan streng an zu sagen
„Solche wie du sind die Gefährlichsten, weil man Sie immer Unterschätzt hab schon schmächtigere Typen wie dich gesehen die einen zu Boden brachten nicht durch Muskelkraft sondern durch Verstand.“ hämmerte das Bärtige Gesicht mit Nachdruck auf den kleinen ein.

Das Gesicht des Jungen wurde so Blass, das man meinen konnte, das jedes noch so kleine Lebenszeichen aus seinem Körper verschwand .

Eine unbehagliche Stille entstand zwischen den Beiden, das durch ein Lautes und  Herzhaftes Lachen von Wodan gebrochen wurde. Das Lachen war so Kräftig das die vorbeilaufenden Passanten kopfschüttelnd einen Bogen um den Hünen machten.

Es fühlte sich so an als würde eine riesige Last von Ihm abfallen, eine Last die Er schon so lange mit sich führte und nun endlich abwerfen konnte. Sichtlich Irritiert von der Situation lockerte sich auch der Junge wieder und die Angst wich nun komplett um in Neugier.

Wodan kniete sich vor den Jungen und packte Ihn sanft mit seinen Pranken an den Schultern.
„Entschuldige wenn Ich dir Angst eingejagt habe, das war nicht meine Absicht“ gab Er freundlich von sich,
bedenklich fuhr Er fort „Mhh, du kommst auch nicht von hier, dann haben Wir wohl was gemeinsam. Deine Idee mit der Universität ging mir auch schon durch den Kopf, kommt man den dort einfach so rein?  Wollte Wodan wissen.
„Du siehst sehr Hungrig aus, was dagegen wenn ich dich zu einem kleinen Mahl einlade, das ist das Mindeste was Ich für dich tun kann, nachdem Schrecken den Ich dir eingejagt habe. Außerdem läuft es sich besser mit einem vollen Magen, vorausgesetzt Du möchtest mich noch zur Universität begleiten“. Blickte Er den Jungen fragend an.

Ein seltsam warmes Gefühl stieg in Wodan herauf und zeigte ein lächeln auf seinem sonst so ernsten Gesichtsausdruck.
Lyras nickte geflissentlich und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er begleitete den Hünen und freute sich schon auf das Essen. Ihm lief schon das Wasser im Munde zusammen, als ihm wieder einfiel was sein Gegenüber gefragt hatte und so antwortete er ihm lieber spät als nie: "Also meines Wissens kann zwar nicht jeder an der Universität studieren, aber sie kaufen einem alles ab was ihr Interesse weckt und das zu meist stattlichen Preisen."

Ohne groß darauf zu achten summte er vor sich hin und als Lyras das Essen bekam machte er sich mit einem strahlenden Lächeln darüber her.
„Dann schauen wir uns die Universität mal an“ sagte Wodan und bezahlte dem Wirt am Stand das Essen des Jungen.

Tauben flatterten über den Marktplatz hinweg, der Lauwarme Sommertag zog viele Menschen in die Innenstadt zum Markt. Ein friedliches reges Treiben umgab die Stände an denen man Waren aus ganz Temerant kaufen konnte, es wurde Gefeilscht, Gehandelt und natürlich auch Gegessen.

Wodan und sein kleiner Begleiter schlenderten über den Platz Richtung Stadttor.
Der Junge aß strahlend sein Mahl und gab ein Geräusch völliger Zufriedenheit von sich.
Belustigt gab der Hüne von sich,
„Mach doch mal eine Atempause zwischen dem Essen,nicht das Du mir noch Erstickst, so wie Du isst könnte man meinen das Du seit Tagen nichts mehr zwischen die Zähne bekommen hast.“

„Was macht eigentlich so ein Halbling wie Du allein in einer Stadt wie Imre, findest du das nicht Mhh etwas Gefährlich“?
Sein belustigter Ton änderte sich in ein Nachdenklichen und schaute auf den gesättigten Jungen herab.
Als der letzte Bissen sein Platz im Magen fand, blickte der Kleine zu Wodan hinauf. Geblendet von der Sonne kniff Er seine Augen zusammen um den Blick des Hünen zu erwidern, doch irgendwas hinderte den Jungen daran zu Antworten. Stumm drehte Er seinen Kopf wieder nach vorn und Genoss das Gefühl eines vollen Magens.

Wortlos verließen beide Imre und liefen auf eine große Steinbrücke zu, die über den mächtigen Omethi führte.

„Es ist Richtig das man niemandem gleich Vertraut, das zeigt das Du ein schlauer Bursche bist. Ich bin übrigens Wodan, wie ist dein Name wenn man fragen darf“?

Langsames Schrittes näherten sich die Beiden der Brücke und die Sonne warf einen sanften Schatten hinter Ihnen her.
Der Hüne bezahlte das Essen und so brachen sie zusammen in Richtung Universität auf.
Auf dem Markt war es laut und eine schier unendliche Masse, so schien es Lyras, drängte sich aneinander vorbei, schnatterte und gestikulierte.
Es war ihm also nicht wenig recht, als sie den Platz in Richtung Stadttor verließen.

Als sein Begleiter über sein Essverhalten witzelte blickte Lyras leicht betreten drein. Und ja es war wahr.
Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor seitdem der junge Harfenist das letzte Mal etwas anständiges gegessen hatte.
Einen Moment überlegt Lyras was er antworten sollte, doch kam ihm der Hüne zuvor uns meinte es sei ja richtig nicht jedem direkt zu vertrauen.
So war Lyras froh darüber um die Wahrheit herum gekommen zu sein und antwortete auf die letzte Frage die gestellt wurde.
"Mein Name ist Lyras, werter Herr. Und wie darf ich euch ansprechen?"

Sie passierten und allmählich kam die Universität in Sicht. Auch hier herrschte reges treiben,
doch war es lange noch nicht so voll wie in der Stadt und Lyras war froh darum. Er bat seinen Begleiter zu warten,
während er sich umhören werde und lief los.
Er brauchte einige Zeit und die ersten Male hatte er sich noch nicht mal getraut die Personen denen er sich genähert hatte auch wirklich anzusprechen,
doch nach einiger Zeit fand er eine Gruppe jüngerer Leute die er dann auch ansprach. Sie erklärten ihm den weg und Lyras bedankte sich.
Er ging zurück an den Ort, wo er seinen Begleiter zurückgelassen hatte und erklärte ihm freudig, dass er den Weg jetzt kenne.
Mit ernstem Blick sah der Söldner auf den Jungen herab.
„Lyras?“
Der Hüne blickte sich um und kniete sich vor Lyras hin und begann mit finsterer Mine
„ Nennst Du mich noch einmal werter Herr, dann haben Wir zwei ein ernstes Problem miteinander“
Wodan konnte den Satz noch nicht einmal Beenden ohne sich ein Grinsen zu verkneifen und fuhr weiter fort.

„ Einfach nur Wodan nicht mehr und nicht weniger und es wäre mir sehr Recht wenn Du in meiner Gegenwart auf diese Sinnlose Etikette des Adels verzichtest, und diese versnobte Anrede den Arschkriechern der Grafen und so weiter überlässt.“

Der Junge nickte , machte sich aber Gedanken über Wodans Aussage und konnte dem nicht ganz Zustimmen, behielt das aber für sich.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht stand Wodan wieder auf und sprach weiter

„Versteh mich jetzt nicht Falsch, um Ärger zu vermeiden solltest du natürlich die Floskeln des Adels denen Gegenüber verwenden die sich was darauf Einbilden, aber ein einfacher Mann mit solch einer Anrede anzusprechen kann oftmals als Beleidigung oder Verhöhnung empfunden werden.Daher bist Du meistens mit einem einfachen „Herr“ besser beraten“.

Diese Aussage klang schon Einleuchtender dachte der Junge und gab dem Hünen zu verstehen das Er hier warten sollte, flink verschwand Lyras im Gedränge zwischen Wägen die von Eseln und Pferden gezogen wurden und einfachen Bürger die das Wetter genossen und auf der Straße spazierten.

Entspannt griff Wodan in seine Tasche, zog ein Beutel mit Tabak hervor, eine Pfeife, stopfte diese und zündete sie an. Er drehte sich zur Brücke um lehnte sich an die Brüstung und genoss den Ausblick auf den mächtigen Fluss der sich durch die weitläufige Landschaft schlängelte.
Als sein kleiner Freund wieder bei Ihm war, setzen Sie Ihren Weg zu Universität fort.

„Du kanntest den Weg zur Universität selbst nicht?!“ gab der Hüne von sich.
„Dein Improvisationstalent ist bemerkenswert“ fuhr Wodan anerkennend weiter und grinste Lyras an, der das Lächeln stolz erwiderte.

 

Lilith hörte die Männer, bevor sie sie sah. Es waren die, die jeden Abend kamen, um sich zu besaufen und die Weiber zu begaffen.
„Hey“, rief einer von ihnen, „fünf Scutten!“
Auf dem Weg zu ihrem Tisch erblickte Lilith einen jungen Mann, der sich suchend im Raum umsah. Sie lächelte ihn freundlich an. „Kann ich dir helfen? Du siehst etwas verloren aus.“
Er zog hilflos die Schultern hoch. „Ich wollte mich hier mit jemandem treffen. Aber sie scheint nicht gekommen zu sein.“
Lilith lächelte mitfühlend. „Setz dich doch erst mal hin und warte noch ein bisschen. Vielleicht ist ihr nur etwas dazwischengekommen und sie taucht später auf. Da hinten“ sie zeigte in eine kleine etwas abgelegene Nische, in der nur zwei Tische standen „sind ein paar nette Plätzchen etwas abseits von den Rüpeln hier.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Wenn du willst, bring ich dir noch eine Kerze, damit es etwas gemütlicher ist, wenn nachher deine Begleitung noch auftaucht.“ Sie lachte. „Es sei denn natürlich, du möchtest dich lieber zu ihnen gesellen.“ Beide schauten in Richtung der fünf Männer, die sich lautstark grölend über die anwesenden Frauen unterhielten. Der junge Mann schnaubte. „Ganz bestimmt nicht. So tief will ich heute nicht sinken.“ „Gute Einstellung“, erwiderte Lilith lobend. „Mit denen ist es nicht leicht auszukommen.“ Sie sahen zu, wie einer der Männer einer vorbeigehenden jungen Frau rüde auf den Hintern klatschte. Liliths Augen verengten sich.
Als er merkte, dass er beobachtet wurde, rief der Mann unwirsch: „Hey! Wo bleiben die Getränke? Seit wann gehört es denn zu eurem Service, uns so lange warten zu lassen? Und privaten Klatsch mit solchen Kerlen da zu machen?“
Lilith versteifte sich. „Es gehört zu unserem Service, jedem Gast freundlich und entgegenkommend gegenüberzutreten.“ Sie schenkte dem Mann ein übertrieben freundliches Lächeln. „Bei Eurem Ton könnte es allerdings sein, dass ich mich vergesse und gleich versehentlich etwas ganz anderes klatscht.“ Sie schaute den jungen Mann entschuldigend an. „Ich komme gleich zu Euch.“
Er nickte verständnisvoll. „Kümmert Euch ruhig zuerst um die Herrschaften da drüben, nicht, dass sie noch Ärger machen. Ich habe ja Zeit.“
Lilith verzog abschätzig den Mund. „Der Ärger ist auch so garantiert.“ Damit drehte sie sich um und stellte das Tablett mit den fünf Gläsern auf den schweren Holztisch der Männer.
Als sie nach einigen bissig hin und hergeworfenen Bemerkungen wieder am Tresen stand, seufzte sie. Heute hatte sie wirklich noch weniger Lust auf solche ungehobelten Typen. Nicht, dass sie selbst immer die Höflichkeit in Person war. Sie sagte meist, was sie dachte, und das brachte ihr nicht immer Wohlwollen ein. Aber solange man sich ihr gegenüber freundlich verhielt, war alles in Ordnung. Diese Kerle jedoch waren nur auf Streit aus und es war unakzeptabel, wie sie sich anderen und besonders Frauen gegenüber verhielten.
Nachdem der Abend eine Weile so verlaufen war wie die meisten Abende in dieser Schänke, fand sie eine ruhige Minute, um sich zu dem jungen Mann zu gesellen, der immer noch allein in seiner Ecke saß.
„Na“, sagte sie, „kein Glück gehabt?“
Er grinste sie schief an. „Das kommt ganz darauf an.“
Sie hob eine Augenbraue. „Ganz bestimmt. Worauf genau in diesem Fall?“
„Ob man mein allgemeines Glück bei den Frauen oder diesen speziellen Abend betrachtet“, erwiderte er mit einem charmanten Lächeln.
Lilith lachte verblüfft. „Wo du doch versetzt wurdest?“
Er zuckte lässig die Schultern und seine dunklen Haare fielen ihm in die Augen. „Nur um in den Genuss Eurer Gesellschaft zu kommen.“
Sie schüttelte lachend den Kopf. „Was genau man an mir hat, konntet Ihr in so kurzer Zeit noch gar nicht erfahren.“
„Oh, glaubt mir“, erwiderte er mit einem Grinsen, „an der Universität lernt man es auch, Menschen gut einzuschätzen. Darin dürfte ich inzwischen ganz gut sein.“
Die Universität! Sie hatte schon immer mehr darüber erfahren wollen, etwas, das über allgemeine Berichte und Geschichten hinausging. Mit jemandem reden, der persönliche Erfahrungen hatte. Gerade wollte sie ihn genauer danach fragen, als ein Ruf vom Tresen sie unterbrach.
„Lilith!“, erklang die leicht genervte Stimme des Wirts. „Die Herren da drüben sitzen auf dem Trockenen!“
„Kann ihnen mal nicht schaden!“
„Lilith!“ Es mischte sich etwas Wut in seine Stimme.
Sie verdrehte die Augen und erhob sich. „Tja“, sagte sie, „ich würde auch noch etwas bleiben… aber ich glaube, du bist nicht so scharf darauf, dass die Typen am Ende noch zu uns kommen. Tut mir Leid. Vielleicht finde ich nachher noch mal ein paar freie Minuten.“
Er winkte ab. „Mach nur. Ich kann warten. Ich hab ja den ganzen Abend frei, da er ja eigentlich für etwas anderes geplant war.“
Sie grinste ihn noch einmal schief an und beeilte sich dann, den Bestellungen nachzukommen. Der Abend hatte nicht schlecht angefangen. Wenn sie dem Ärger heute einmal aus dem Weg ging und nachher noch einmal mit dem netten dunkelhaarigen Mann sprechen und ihn ausfragen konnte, standen die Chancen nicht schlecht, dass er noch richtig gut wurde.
Die Schänke füllte sich immer mehr und Lilith hatte nun alle Hände voll zu tun. Ab und zu konnte sie einen Blick auf ihren Gesprächspartner von vorhin werfen und war erleichtert, als sie ihn immer noch dasitzen sah. Nach einer Weile hatte sich ein anderer Mann in seinem Alter zu ihm gesellt und sie unterhielten sich nachdenklich.
Als sich der Gastraum endlich etwas geleert hatte und sie zu ihnen gehen wollte, waren sie verschwunden.
Sie seufzte in einer Mischung aus Enttäuschung und Wut darüber, dass sie nun nicht noch einmal mit ihm hatte sprechen können.
Dann erblickte sie ein Buch, das dort lag, wo er gesessen hatte. Sie beschloss, es erstmal mit in ihr Zimmer zu nehmen.

Am nächsten Morgen erwachte sie spät. Es dauerte eine Weile, bis sie in ihrer Müdigkeit begriff, dass heute ihr lang ersehnter freier Tag war, an dem der Wirt zu irgendeinem Fest eingeladen und das Gasthaus somit geschlossen war.
Als sie ihre Beine aus dem Bett schwang und sich die müden Augen gerieben hatte, fiel ihr verschlafener Blick auf einen Gegenstand auf ihrem Schreibtisch, der dort nicht hingehörte.
Nach einem kurzen Moment erkannte sie das Buch, das sie am vorigen Abend dort hingelegt hatte. Erst jetzt fand sie Gelegenheit, es etwas genauer zu betrachten. Es machte nicht viel her; ein brauner Papierumschlag sollte wohl zu seinem Schutz dienen, tat seinen Dienst aber eher schlecht als recht. Ein paar Ecken waren umgeknickt und die untere Kante war leicht abgestoßen. Es sah so aus, als ob es schon oft gelesen worden wäre.
Lilith nahm es in die Hand, um die Seiten zu durchblättern. Sie hatte Bücher schon immer geliebt. Es war kein großes Buch, die Seiten waren dünn und in einer engen, säuberlichen Handschrift beschrieben. Lilith strich vorsichtig die Ecken glatt und fragte sich, welche Bedeutung das Buch für den jungen Mann hatte.
Bestimmt vermisste er es schon.
Bestimmt ärgerte er sich, es liegen gelassen zu haben.
Sie wusste, wie es war, wenn man etwas von persönlichem Wert verlor und nicht wusste, ob man es jemals wiederbekam.
Es war Zeit, die Universität aufzusuchen.
An der Universität angekommen, zeigten sich Wodan und Lyras beeindruckt von der Größe des Studienortes, das mit seinen Tavernen, Geschäften und dem Munteren treiben  einem kleinen Städtchen ähnelte.
Überall genossen Studenten und Gelehrte das Wetter und vertrieben sich die Zeit mit interessanten Diskussionen über verschiedenste Themen ihrer Studienfächer.
Eine kleine Musikergruppe die an einem Brunnen Ihre harmonischen Klänge zum besten gaben weckten Lyras Aufmerksamkeit. Verträumt schlenderte Er zu den Musikern und lauschte den Melodien, die Ihn an irgendetwas zu Erinnern schienen.

„Wenn Du möchtest mein Junge kannst du hier warten, Ich werde einen Alchemisten aufsuchen“
Der Junge nickte und war völlig hypnotisiert von der Musik die Ihn scheinbar überwältigte.
Wodan hatte ein kleines lächeln auf den Lippen als Er seinen Jungen Freund beobachtete und bemerkte das Er selbst zum Takt mit nickte. Es war in der Tat eine wundervolle mystisch klingende
Melodie.
Der Hüne blickte sich auf dem Platz um und erkannte eine verzierte Holz Tafel mit einem dampfenden Reagenzglas darauf, das an einem Dachvorsprung eines Zweistöckigen Fachwerkhauses hing. Mit direktem Schritt ging Wodan auf das Gebäude zu das nur wenige Meter vom Platz mit dem Brunnen entfernt war.
Ein Duft aus Kräuter und brennenden Kerzen stieg in Wodans Nase auf als Er die Hell durchleuchtende Kräuterküche betrat. Ein großer Dürrer Mann in einem Aschgrauen Gewand Begrüßte freundlich den Bärtigen und fragte Ihn höflich ob Er behilflich sein könnte.
Der Söldner kramte in seinem Beutel und zog ein Schwarzen Gegenstand heraus.

„Das habe Ich neulich im Wald bei der Jagd entdeckt könnt Ihr mir vielleicht sagen was das ist“?
Der Alchemist betrachtete den Gegenstand durch seine Runde Nickelbrille und erhob eine Augenbraue.
„Wo genau habt Ihr das Gefunden“ erkundigte sich der Alchimist bedenklich.
Wodan musterte den Alchemisten und begriff das hier etwas nicht stimmte
„Etwa 4 Kilometer Nördlich von hier in der Nähe vom Gasthaus zum Jagdwirt, Ihr wisst also was es ist“?
Der Dürre Mann räusperte sich und begann es dem Bärtigen zu erklären.
„Ohne Umschweif ja, es ist eine Draccusschuppe was sehr seltsam ist und bedenklich zugleich,ist euch irgendetwas seltsames Aufgefallen an dem Ort wo Ihr die Schuppe gefunden habt umgeknickte Bäume seltsame Fußspuren irgendetwas“?

Der Hüne kratzte sich am Bart und sah dem Alchemisten mit düsterem Blick tief in die Augen.
„Nun, da das Jagdrevier überwiegend Wildschwein Gebiet ist ist es schwierig dort Spuren zu finden aber wenn Ich länger darüber nachdenke sind da Gewisse Spuren die nicht von Wildschweinen stammen können. Aber sind das keine Fabelwesen?“

Der Alchemist schüttelte den Kopf
„Nein, Sie leben eigentlich nur im Verborgenen, ich werde das an den Untersuchungsausschuss der Universität weitergeben. Ihr könnt euch Morgen beim Rektor vorstellen und Ihm den Vorfall nochmals schildern ich werde Ihm über euch berichten. Ich gebe Euch 6 Talente für die Schuppe wenn Ihr denn im Begriff wart diese zu verkaufen“

Wodan nickte zustimmend und nahm dankend den Betrag an. Wieder draußen auf dem Weg ging Er alles nochmals Gedanklich durch und fragte sich, auf was Er sich nun wieder einließe. Unterwegs zum Brunnen bemerkte der Söldner eine Person die Verdächtig seinen kleinen Freund beobachtete, als dieser den Hünen sah wich Er in einer Gasse zurück und verschwand.
Lyras der immer noch Selig der Musik lauschte bekam davon nichts mit. Als Wodan neben Ihm stand sah Er ihn fragend an und Wodan erzählte Ihm von den Geschehnissen beim Alchemisten.
„Wenn Du möchtest nehme Ich dich Morgen mit in die Universität“ fuhr Er fort und kramte in seinem Geldbeutel rum. Lyras wusste nicht was Er dazu sagen sollte.
Der Hüne packte Zwei Talente aus und gab Sie seinem kleinen Freund.
„Die hast Du dir verdient, kauf dir was schönes davon“ ungläubig blickte Lyras seinen Begleiter an der Ihm nur zu zwinkerte.
Doch eines musste Wodan noch loswerden und fragte Lyras
„ Sag mal Junge hast Du irgendetwas ausgefressen? Mir ist aufgefallen das Du beobachtet wirst, zum ersten mal fiel mir die Person in Imre auf dem Marktplatz auf, dachte mir aber nichts dabei als Wir an der Brücke uns unterhielten ist Er an uns Vorbeigelaufen und Eben als Ich wieder zu Dir lief beobachtete Er dich aus dieser Gasse da Vorn“ und zeigte mit dem Finger auf eine kleine Gasse.

Lyras wirkte Irritiert jedoch Ahnungslos.

Was mag da nur vor sich gehen... 

 

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